Wenn Demenz-Patienten erkranken - Neue Räume und Mitarbeiter bieten optimale Versorgung
Wegberg - Neuer Schwerpunkt in der St. Antonius Klinik in Wegberg: Das Krankenhaus will sich in Zukunft verstärkt auf die Versorgung von internistisch und chirurgisch Erkrankten, die zusätzlich an Demenz leiden, spezialisieren. "In einer immer älter werdenden Gesellschaft erkranken immer mehr Menschen an Demenz. Für sie ist ein Krankenhausaufenthalt oft problematisch", berichtet Jo Beckers, Pflegedienstleiter der St. Antonius Klinik. Bei diesen Patienten lässt die Leistungsfähigkeit von Gedächtnis, Sprache, Urteilsvermögen und Orientierung immer mehr nach. "Diese Störungen können eine sachgerechte Diagnostik und Behandlung deutlich erschweren", so Beckers. Demenz-Patienten brauchen daher spezielle Versorgungsstrukturen, beispielsweise bei der stationären Unterbringung.
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, wird in der St. Antonius Klinik einiges verändert. Auf der Station II werden neue Betten angeschafft und einige Räume umgestaltet: Leuchtend warme Farben von Wänden und Einrichtungen tragen zu einer positiven Grundeinstellung bei. Bilder mit jahreszeitlich wechselnden Motiven schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Auch eine individuelle Beschilderung der Zimmertüren, zum Beispiel ein Blumenmotiv statt einer Zimmernummer, soll dazu beitragen, dass sich die Menschen in der ungewohnten Umgebung besser orientieren können. An den Eingangstüren werden Bewegungsmelder installiert, um Patienten mit Weglauftendenz vor einem unkontrollierten Entfernen von der Station zu schützen.
"Anfang August haben drei neue Mitarbeiterinnen ihre Arbeit bei uns aufgenommen", so Beckers. Sie sollen sich speziell um die Alltagsbetreuung der Demenz-Patienten kümmern. Zusätzlich werden Mitarbeiter zur Musik- und Aromatherapie eingesetzt. Dabei werden Befindlichkeitsstörungen mit ätherischen Ölen behandelt und über Musik der Zugang zu den Erkrankten erleichtert. "Die Organisation aller Abläufe orientiert sich an den speziellen Bedürfnissen der Patienten", so Beckers. "Wir werden deshalb auch Beschäftigungs- und Bewegungstherapien anbieten." Ein weiterer Schwerpunkt bei der Betreuung der Patienten wird die Zusammenarbeit mit den Angehörigen und den Pflegeeinrichtungen sein. "Diese läuft unter dem Stichwort Biographiearbeit: Je mehr wir über die Patienten und ihre Wünsche und Vorstellungen wissen, desto angenehmer können wir ihnen einen notwendigen Krankenhausaufenthalt machen", so Beckers. "So wird eine möglichst schnelle Rückverlegung in die gewohnte Umgebung gewährleistet."
Um auf ihren neuen Schwerpunkt aufmerksam zu machen, wird die St. Antonius Klinik in den nächsten Tagen einen Flyer "Wenn Demente erkranken ..." an Pflegeheime und Hausärzte schicken und in verschiedenen Einrichtungen im Kreis Heinberg auslegen. "So wollen wir die Öffentlichkeit für unser neues Angebot sensibilisieren", sagt Geschäftsführerin Dany Molz. Auch die letzte Sitzung des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie, der für den Kreis Heinsberg ein Schwerpunktkrankenhaus für die Versorgung von Erkrankten mit Demenz als Begleiterkrankung sucht, fand in den umgestalteten Räumen der St. Antonius Klinik statt. "Bei einem Rundgang konnten sich die Mitglieder des Arbeitskreises ein Bild über unsere Aktivitäten für die Erkrankten mit Demenz machen", so Molz. "Unser Ziel ist es, dass sich Menschen mit Demenz auch in einer ungewohnten Umgebung sicher und geborgen fühlen. Dabei hilft unser geschultes Fachpersonal mit viel Verständnis, Einfühlsvermögen und Geduld."
11. August 2010: Medienbüro Müller-Bringmann Telefon 02166-62820